Mittwoch, 11. August 2010

Sechsunddreissigster Eintrag

Wichtige Dinge scheinen eigentlich immer dann zu geschehen, wenn man am Wenigstens mit ihnen rechnet; sie kommen dann ganz plötzlich und gänzlich unverhofft. Das war auch gestern so. Ich verspürte irgendwie das Bedürfnis nach draussen zu gehen. Das Bedürfnis, nochmals ein wenig am See entlang spazieren zu gehen. Als ich die Wohnung meines Vaters verliess, suchte ich zuerst eins der zahlreichen Restaurants auf, die sich in Luganos‘ Altstadt tümmeln.

Ich spachtelte dort ziemlich lustlos einen Teller Risotto in mich hinein und trank einige Gläser Rotwein dazu. Mein Kopf wurde schon bald schwer und ich wurde irgendwie lustig. Zumindest fühlte ich mich so. Ich fuchtelte mit der letzten verbliebenen Zweihunderternote meines Vaters herum und deutete dem Servicepersonal, dass ich zahlen wollte. Auf die Rechnung in Höhe von knapp fünfzig Franken gab ich zehn Franken Trinkgeld und spielte mich wohl ein wenig auf.

In diesem Moment war mir gerade danach. Ich verspürte irgendwie das starke Bedürfnis wahrgenommen zu werden. Und ein Stück weit war es wohl auch ein Spiel für mich. Daraufhin verliess ich die Altstadt in Richtung der Seepromenade. Es hatte bereits stark eingedunkelt und am Himmel behaupteten sich nur noch letzte rot-orange gefärbten Wolken gegen die hereinbrechende Dunkelheit.

Ich ging einige Schritte unter den Baumarkaden und lehnte mich kurz vor einem Bootsverleih an das Geländer, das die Promenade vom See trennte. Auf der gegenüberliegenden Seeseite flackerten distinguiert die Lichter entfernter Liegenschaften und die Lugano umgebende Hügellandschaft war mittlerweile vollends in Dunkelheit getüncht und kontrastierte nur noch wenig mit dem Abendrot. Sie würde dies von nun an wohl noch einige Minuten tun, bis die Nacht vollends ihren Schleier über Lugano legen würde. Diese Stimmung machte mich irgendwie melancholisch, traurig und unzufrieden. Ich weiss nicht so recht, welches Gefühl überwiegte; - es war wohl eine Mischung aus allen Dreien.

Ich versuchte die Gedanken und Gefühle zu verdrängen, denn es machte so oder so keinen Sinn und ich ging deshalb weiter. Zu meiner Linken zogen sanften Windstössen gleichend einige Autos vorbei und ergänzten die rhythmisch klatschenden Wogen des Sees, die zu meiner Rechten an der Promenadenmauer brandeten. Familien mit verwöhnten Kindern drehten die letzten Runden ihres Abendspazierganges und kreuzten meinen Weg. Irgendwo in der Ferne war freudiges Gelächter junger Menschen zu vernehmen. Es zog mich auf wundersame Art und Weise an.

Es kam deutlich aus der Richtung des Parks und ich ging schnurgerade darauf hin zu. Nach einigen hundert Metern erkannte ich in der Ferne eine Gruppe von Leuten, die auf mich zukam. Nach ein paar weiteren Metern erkannte ich, dass sie zu fünft waren und dann, ich kam kamen uns immer näher und näher, dann erkannte ich plötzlich, dass es die fünf Amerikaner aus dem McDonald‘s von gestern waren. Und ja, jetzt erkannte ich ganz deutlich, dass auch sie, das Mädchen aus dem McDonald‘s mit dabei war!

Die Zeit schien sich urplötzlich zu verlangsamen und mein Blick verengte sich auf die Form eines schmalen Tunnels in dessen Zentrum sie stand. Tausende Gedanken, Ängste und Hoffnungen schossen mir gleichzeitig durch den Kopf und paralysierten mich. Wie in einem Traum sah ich die Gruppe an mir vorbeiziehen. Sie ging zusammen mit ihrer Freundin ein wenig hinter den anderen Drei. Als wir aneinander vorbeigingen, sah ich sie an und sie erwiderte den Blick; dabei sah ich deutlich in ihren Augen, dass sie mich ebenfalls wieder erkannt hatte. Der Moment, in dem wir aneinander vorbeigingen, dauerte wohl nicht einmal eine Sekunde, aber es fühlte sich wie eine Minute an. Und so schön diese Minute auch war, sie war plötzlich vorbei - ich war an ihr vorbei und sie an mir vorbei. Ein Gefühl tiefer Reue und Unzufriedenheit packte mich, ja ergriff Besitz von mir; derart, dass nicht ich, sondern ein anderer meinen Körper zu steuern schien. Ich sah, wie sich mein Körper wendete, ihr hinterherging, wie sich eine Hand ausstreckte und sie an der linken Schulter berührte.

Erstaunt drehte sie sich um und starrte mich erschrocken mit ihren grossen Rehaugen an. Und dann verliessen plötzlich diese Worte meinen Mund: «Hey! You are beautiful!» Die Zeit stand still und alles um uns herum schien unwichtig zu sein, ja nicht zu existieren. Unentwegt starrte sie mich noch immer an, blickte wenig später kurz zur Seite, schaute hilfesuchend ihre Freundin an, wendete sich dann wieder mir zu. Ihr Mund öffnete sich langsam und über ihre Lippen huschten zwei Worte: «Fuck you!»

Wie wenn jemand eine aufgeblasene Tüte zum bersten gebracht hatte, um einen Schlafenden zu wecken, rissen mich diese Worte wieder zurück in die harsche, kalte Realität. Schlagartig machten sich in mir Trauer und Unverständnis breit und es war trotz allem noch immer so, dass sonst jemand die Kontrolle über mich zu besitzen schien. Denn ohne gross zu überlegen antwortete ich «Why should I fuck myself, just because I think that you‘re beautiful?»

Sie lachte. Völlig unvermittelt und sie schien wohl selbst darüber erstaunt zu sein, dass sie lachte, denn noch im selben Moment hielt sie sich ihre Hand vor ihren Mund und verschluckte weitere Lacher; ihre Augen lachten indes weiter. «Danke dir!» sagte sie und fragte, ob das hier in der Schweiz üblich sei, Frauen so anzuquatschen.

Ich antwortete, dass ich das nicht wisse, dass es aber sicherlich für mich nicht üblich sei. In der Zwischenzeit stoppten auch die anderen Drei der Gruppe und kamen auf uns zu. Sie waren zwei Typen und ein Mädchen. Das Mädchen war eher kleingewachsen und hatte rostbraunes, gelocktes Haar. Offenbar war sie die Freundin des einen Typen. Er war eher ein unauffälliger Typ; braunes, mittellanges Haar, klassischer Schnitt mit Seitenscheitel und schwarz gerahmter Hornbrille. Der Dritte war ein grosser und schlanker Typ mit blonden Haaren, der uns alle mindestens um einen halben Kopf überragte. Er hatte ein kantiges, männliches Gesicht, dass aber trotzdem nicht ins derbe überging. Ich hätte mir gut vorstellen können, dass er Model oder sowas ist.

Der Grosse ergriff das Wort: «Hey, was geht ab? Janice, macht dich der Typ dumm an?»
«Nein nein, kein Problem!» sie lachte. «Er hat mir nur gerade gezeigt, wie man hier in der Schweiz Mädchen anspricht - irgendwie charmant» sie lachte abermals. Ich wusste nicht recht, was ich darauf antworten sollte und redete deshalb irgendeinen Brei zusammen: «Also, ich weiss nicht, ob man das hier in der Schweiz so macht. Ich hab‘s jetzt einfach mal so gemacht, weil sie mir gefällt» Die Freundin des McDonald-Mädchens, eine Schwarzhaarige, fand das irgendwie entzückend: «Ohhh, wie süss!» Der Grosse fand das irgendwie weniger oder ich weiss auch nicht, jedenfalls äffte er sie nach «Ohhh, wie süss! Aber Schweizer-Casanova, weisst du, wo man hier ausgehen kann? Heute geht hier irgendwie überhaupt nichts ab und der Proviant geht uns langsam auch aus.»

Er hob eine Cola-Flasche, nahm einen Schluck daraus und ergänzte: «Party-Proviant. Du weisst schon, was ich meine.» Er grinste und schien seine anfängliche Skepsis schnell zu verlieren. «Ich heisse übrigens Shaun. Freut mich dich zu treffen.» Er stellte mir die Gruppe vor. Der Typ mit der Nerd-Brille hiess Nick und seine Freundin, die, wie sich herausstellte, tatsächlich seine Freundin war, hiess Kate. Das McDonald‘s-Mädchen stellte sich mir gleich selbst vor; sie hiess Janice und ihre schwarzhaarige Freundin Sarah.

Nun, ich hatte selbst keine Ahnung vom Ausgangsleben in Lugano, wollte aber nicht wie ein Hinterwäldler wirken und gab deshalb den Kenner: «Was für eine Art von Party sucht ihr denn?» Alle schüttelten ein wenig denn Kopf und murmelten was von keine Ahnung. Wiederum ergriff Shaun das Wort und meinte, halt irgendeine Party, Hauptsache es würde etwas laufen. Ich wich aus, da ich keine Ahnung hatte, um ehrlich zu sein. «Nun, Freitage sind hier immer ein wenig schlecht. Partys sind eigentlich bloss Samstags. Das hier ist halt nicht Zürich.» Die Gruppe bedauerte das und schien ein wenig angeschissen.

Mir dämmerte aber schon bald, dass ich etwas vorschlagen musste, gesetzt den Fall ich wollte Janice nicht schon wieder aus den Augen verlieren. Ich schlug deshalb vor, dass wir ja zu mir ins Appartement gehen und etwas trinken könnten. Mein Vorschlag kam durchwegs positiv an und bald darauf gingen wir los in Richtung meiner Wohnung oder sagen wir, in Richtung der Wohnung meines Vaters.

Auf dem Weg dorthin erkundigte ich mich darüber, was sie denn hier in der Schweiz machen würden. Sie seien «US embassadors» meinte Shaun. «Ja genau, US Botschafter» ergänzte Sarah und lachte. Shaun führte die Sache mit den US embassadors ein wenig aus. Das sei eine Austauschorganisation für junge Menschen. Der kulturelle Austausch würde dabei im Vordergrund stehen. Sie würden hier während rund eines Monats kreuz- und quer durch die Schweiz reisen und sich verschiedene Dinge ansehen. «Natürlich sind wir mehr als nur fünf Leute» antwortete Shaun auf meine kritische Frage hin. «Aber die Anderen sind langweilig oder dämlich. Wir haben uns im Laufe des Monats gefunden. Nächste Woche reisen wir dann alle schon wieder ab. Es ist jetzt unser letztes gemeinsames Wochenende und wollen das noch ein wenig feiern!»

«Hey, ich finde es voll cool von dir, dass du uns zu dir in die Wohnung einlädst. Wäre sonst sicher langweilig geworden» sagte Janice und kniff mir dabei sanft in die Seite. Ich mochte es, dass sie das tat und ich hätte am Liebsten nach ihrer Hand gegriffen, aber ich traute mich nicht. «Kein Problem, ich lerne gerne neue Leute kennen, um mit ihnen zu feiern», antwortete ich. Das war natürlich ein Stück weit gelogen, denn eigentlich bin ich ja nicht so der offene Typ. Aber in dem Fall war es mal anders und es war irgendwie auch gut so.

Es dauerte nicht lange, bis wir vor dem weiss getünchten Wohnblock standen, in dessen obersten Stock mein Vater sein Appartement hat. Zu sechst drängten wir uns in den Lift, der eigentlich nur für fünf Personen gedacht ist. Doch die Enge im Lift hatte ihre gute Seite, denn sie erlaubte es mir, mich dicht an Janice heran zu zwängen, ohne dabei irgendwie verfänglich zu wirken. Ganz unmittelbar nahm ich den Duft ihrer Haare, ja den Duft ihres Körpers in mir auf. Ich liebe es, an Frauen zu schnuppern. Es ist tatsächlich so, dass ich daran merke, ob jemand mir sympathisch ist. Man sagt wohl nicht umsonst, dass man jemanden riechen kann oder eben nicht.

Nach einigen Sekunden Liftfahrt kamen wir im achten Stock an. Ich öffnete die Wohnung und zeigte sie meinen neuen Freunden. Die Wohnung gefiel ihnen. Besonders Nick, der Typ mit der Nerd-Brille, schien gefallen daran gefunden zu haben: «Oh cool, Corbusier-Sofas! Ich liebe diese Sofas, dieses Design! Dein Vater scheint echt Geschmack zu haben.» Ich wusste nicht so recht, was darauf antworten. Solche Dinge gehörten irgendwie wie selbstverständlich zu seinem Leben.

Nick wollte vermutlich auch gar keine Antwort meinerseits hören, denn er erzählte geradewegs weiter von Möbeln. Er schien sich damit echt auszukennen: «Wir haben zu Hause einen James Eames-Sessel rumstehen, der ist auch noch cool, aber Corbusier gefällt mir besser. Ich mag Chromstahl und dunkles Leder. Oder den Barcelona-Chair, den liebe ich auch!» Irgendwann fiel ihm Nicks‘ Freundin Kate ins Wort und entschuldigte sich für - er sei immer so, sobald er sich einmal über Kunst und Design warm geredet habe.

«Kein Problem! Ich finde es spannend» beschied ich ihr. Derweil erkundigte sich Sarah, ob ich irgendetwas zu futtern im Hause hätte. Das hatte ich nicht, schlug aber vor, dass wir uns Pizzas liefern lassen könnten. «Oh ja, coole Idee!» hiess es unisono. Also bestellten wir. Wenig später entdeckte Shaun die Mini-Bar meines Vaters. «Was meinst du - können wir vielleicht den einen oder anderen Schluck von dem hier trinken?» Er hob einen Single-Malt-Whiskey in die Luft, grinste und wartete auf meine Antwort. «Ja klar, komm, lass uns einige Gläser holen» Die Stimmung stieg augenblicklich.

Shaun und ich füllten die sechs Whiskey-Gläser so ziemlich randvoll und leerten damit gleichsam die Single-Malt-Flasche. Wir stiessen miteinander an und stürzten den Whiskey mit kräftigen Schlücken hinunter. Janice schien interessiert an mir zu sein, denn sie fragte mich über viele Dinge aus - und es gefiel mir, dass sie das tat: «Sag mal, was machst du eigentlich hier in der Wohnung deines Vaters? Und wo ist denn er? Was macht er so?» Nun, ich erzählte ihr die ganze Geschichte. Nicht so ausführlich, aber doch genug ausführlich, dass sie einen Eindruck davon bekommen konnte.

Natürlich interessierte es mich auch, wo sie alle herkamen. «Ich komme aus Boston» erzählte Janice «Aus der Stadt Boston selbst?» erkundigte ich mich, woraufhin Janice bejahte. Ich mag Boston irgendwie. Die Universitäten dort...Harvard und so. Janice erzählte, dass ihre Eltern eine Restaurantkette besitzen würden und dass das aber nicht so toll sei, wie alle meinten. «Sie sind kaum zu Hause oder wenn, dann stets gestresst.» Ich fühlte mit ihr, denn irgendwie kannte ich das selbst. Sie erzählte weiter, dass sie im Herbst ihr Psychologiestudium in Harvard beginnen würde, was ich wiederum auch sehr cool fand. Ich würde gerne in Amerika studieren. Von hier irgendwie wegkommen. Hier ist alles so beengend. Auch die Menschen sind beengt. Im Kopf. Sie sind irgendwie engstirnig und getrauen sich nicht, etwas aus zu probieren.

Die Anderen erzählten auch ein wenig von sich. Nick sei aus New York. Sein Vater sei Publizist, genau so wie Kates‘ Vater. Daher würden sie sich eigentlich auch kennen, denn geographisch wohnen sie weit auseinander, Kate stammt aus Portland/Oregon. «Unsere Väter haben uns zusammen gebracht» scherzte Kate. Shaun stammt aus der Gegend von San Francisco. Seine Eltern seien Immobilienhändler, was sehr und spiessig sei, wie Shaun sagte. «Momentan geht bei denen alles drunter und drüber. Nicht nur finanziell. Die haben gerade eine Krise oder so. Naja. Ich werd mich sowieso erstmal vom Acker machen und quer durch‘s Land ziehen. Etwas sehen. Mein Leben war bisher recht langweilig.» Und Sarah? Nun ja, ich weiss es gar nicht. Denn genau dann, als sie von sich erzählen wollte, klingelte der Pizzabote an der Türe.
Unsere Aufmerksamkeit galt fortan erst einmal den Pizzen, die hervorragend schmeckten. Ich bin mir gar nicht sicher, ob mir die Pizza wirklich derart schmeckte oder ob ich einfach den Moment genoss. Ich meine...hätte ich Janice nicht angesprochen wäre ich wohl alleine zu Hause herumgesessen und hätte TV geglotzt, aber jetzt sassen wir zu sechst in der Ferienwohnung meines Vaters, assen Pizza und tranken dazu Whiskey.

Nachdem wir unsere Pizzen verdrückt hatten, schlug ich vor, dass wir Kartenblasen spielen konnten. Es fiel mir schwer das zu glauben, aber offenbar kennt man dieses Spiel in den USA nicht. Dafür kannten sie wiederum andere Trinkspiele, die man bei uns nicht kennt. Nun ja, jedenfalls machten wir uns an einer weiteren Flasche Whiskey und hatten einen Mordsspass dabei. Und vor allem wurden wir immer betrunkener.

Janice, die neben mir auf einem der Sofas sass, lehnte sich irgendwann gegen meine Schulter. Ich spürte die Wärme ihres Körpers ganz deutlich und es schien mir so, als würde sie direkt durch meinen Körper selbst hindurchfliessen. Irgendwann nahm sie meine Hand, drehte mir ihren Kopf zu und begann mich zu küssen. Es war ein unglaubliches Gefühl, wie ich es schon lange nicht mehr erlebt hatte. Es war bestimmt zwei Jahre her, seitdem ich das letzte Mal ein Mädchen geküsst hatte. Ich wusste, dass es ein schönes Gefühl ist, aber dass es so schön war...

Während wir uns küssten und ich glaube, dass das lange dauerte, tranken die Anderen munter weiter und nicht wenig später waren sie derart betrunken, dass sie entweder auf dem Boden oder auf einem der Sofas einschliefen. «Komm, lass uns in‘s Schlafzimmer deines Vaters gehen» sagte Janice und sah mich lüstern an. Ich wusste, was nun geschehen würde, aber ich war kaum nervös. Ich nahm sie an der Hand und zog sie mit mir. Sofort nachdem ich die Türe schloss, fielen wir übereinander her; ich zog sie aus, sie zog mich aus. Dann hielt sie plötzlich kurz inne und schaute mir tief in die Augen: «Ich mag dich wirklich, Jérôme. Das mach ich nicht einfach so und mit jedem. Du bist etwas Spezielles, du bist nicht wie alle Anderen. Ich sehe es in deinen Augen. Wir teilen dasselbe Schicksal. Lass uns leben und unsere Jugend geniessen.» Sie sprach mir damit so aus der Seele. Wenig später taten wir es miteinander und es war wunderschön. Nicht so, wie viele sagen, dass das erste Mal nicht schön sei.

Am nächsten Morgen, es war gegen 9 Uhr, wurden wir plötzlich und ziemlich unsanft durch lautes, italienischsprachiges Geschrei einer Frau geweckt. Und es kam nicht etwa von draussen, sondern direkt vom Flur des Appartements. Reflexartig sprang ich auf und riss die Türe auf. Dort stand eine dickliche, ältere Frau, die wild meine amerikanischen Freunde beschimpfte. Wie sich herausstellte war sie die Putzfrau meines Vaters und sie hielt uns für Einbrecher oder sowas in der Art. Zum Glück konnte ich sie schnell wieder beruhigen, indem ich ihr meinen Ausweis zeigte und sie sehen konnte, dass ich denselben Nachnamen wie mein Vater hatte.

Meine reichlich verkaterten Freunde verabschiedeten sich, denn sie mussten zurück in ihre Herberge, da sie noch einen Ausflug vor sich hatten. Wir tauschten noch kurz E-Mail-Adressen aus und versprachen uns gegenseitig uns zu schreiben. Beim Verabschieden drückte mich Janice fest und lange an sich, schaute mir danach tief in die Augen und sagte «ich bin froh, dass ich dich kennengelernt habe! ich mag dich!» Noch ein letztes Mal drückte sie sanft meine Hand, gab mir einen letzten Kuss und huschte nach Draussen zu den Anderen, wo diese bereits warteten.

Kommentare:

  1. halli hallo - ich wollte nur mitteilen, dass ich meinen blog auf privat stelle und wenn du ihn weiterhin verfolgen möchtest, bräuchte ich deine email adresse.
    einfach eine mail an mpenziwe@hotmail.de mit deinem namen und blog.
    liebe grüsse!!! <3

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  2. ach vonwegen es gäbe keine fortsetzung ;-)

    g e n i a l !

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